Sommerschule in Prag

[Blog 17] Um unsere Tschechischkenntnisse am Ende nochmal so richtig voranzubringen, konnten Annika und ich an der jährlichen Sommersprachschule der Karls-Universität in Prag teilnehmen. Dabei beschäftigte ich mich viel mit dem Imperativ, der indirekten Rede sowie dem Phänomen Aspekt. Bisher konnte ich über „Tschechisch ist sooo schwer“ nur schmunzeln -  aber…wenn ich jemanden auffordern möchte, etwas nicht zu tun…ja, bis mir das richtige Aspekt-Paar-Wort für den negativen Imperativ einfällt ist der andere doch schon lange vor die Straßenbahn gelaufen und platt! Oder mein Stück Lieblingskuchen aufgegessen.

Damit muss ich mich also erst noch anfreunden. Da ich aber in den Sälen der altehrwürdigen Karls-Universität die Erleuchtung bzgl. meines Studiums hatte, werde ich dafür die nächsten drei Jahre wohl genug Gelegenheit haben.

Außerdem habe ich bei diesem Sprachkurs nicht nur mehr Tschechisch gelernt. Auch meine russischen und polnischen Mitschüler waren eine fantastische Quelle. Ingwer heißt auf russisch „imbir‘“ – na dann, prost! :) Und sehr interessant für mich waren auch die Sorben. Natürlich hatte ich schon oft von diesem Volk in der Nähe von Dresden gehört. Aber dass ihre Sprache dem Tschechischen so ähnlich ist und es sogar ein sorbisches Gymnasium gibt, das war neu für mich.

Neben all den vielen Eindrücken gab es für uns auch noch jede Menge Aktivitäten. An allen konnte man gar nicht teilnehmen, wann hätte man denn sonst seine Hausaufgaben gemacht? :) Meine Highlights dabei waren der Besuch des Güterbahnhofs Žižkov, der Besuch des neuen Museums NaFilm, bei dem man einem Stummfilm Ton hinzufügen konnte (mit sehr lustigen Geräten) und die tschechischen Liederabende.

Ein paar Mal blieb auch Zeit ein erfrischendes Bad in der sehr frischen Moldau zu nehmen.

Wo ich allerdings irgendwie kein einziges Mal war – auf der Karlsbrücke und auf dem Altstädter Ring. War keine Absicht, ist auch nicht schade, dort war ich das letzte Jahr oft genug. Und Touristen konnte ich auch so genug besichtigen – wenn sie mir in der Tram-Linie 22 auf die Füße stolperten.

Was ich wirklich genoss, war morgens von der Kleinseite aus zu Fuß über die Brücke zu laufen, auf die dunstige, (noch) stille Altstadt zu und dann mit Blick auf die Prager Burg und das Metronom Unterricht zu haben.

Und richtig beeindruckend war dann auch noch die Schlusszeremonie mit der Übergabe unserer Zertifikate. Wir saßen schick gekleidet im Karolinum als plötzlich die Orgel erklang, wir uns alle erhoben und alle unsere Lehrkräfte in schwarzen Roben den Mittelgang entlangschwebten. Da hat man dann auf einmal das Gefühl viel mehr erreicht zu haben als „nur“ einen Sprachkurs…

Wie auch immer – es waren tolle vier Wochen und ich kann jedem nur empfehlen an der Sommerschule teilzunehmen, wenn man die Möglichkeit hat!

Wusstest du schon, dass ...


- Pilsen Kulturhauptstadt Europas 2015 ist

- der Kirchturm der höchste Kirchturm Tschechiens ist

- Karel Gott aus Pilsen kommt

- Pilsen zwölf Partnerstädte hat 

Pilsen eine Universitätsstadt mit mehr als 17 000 Studenten ist

- aus Pilsen das Pilsner Urquell kommt

- Bedřich Smetana hier gelebt hat

- es hier einen Engel gibt, der Wünsche erfüllt
 


 

Tandem    Západočeská univerzita v Plzni  Česko-německý fond budoucnosti  Ministerstvo školství, mládeže a tělovýchovy