Halbzeit

Vor rund einem Monat trudelte eine Email in mein Postfach. Die kündigte an, dass ich bald wieder meine sieben Sachen packen und mich mit dem Zug zu einem neuen Ort aufmachen kann, um dort die anderen Freiwilligen zu treffen. Wie auch schon bei dem Onarrival- Training im Oktober, kamen wir aus den verschiedensten Ecken Tschechiens zusammen. Diesmal hieß unser aller Ziel „Deštné v Orlických horách“, ein kleines Dorf im Adlergebirge.

Die lange Zugfahrt bestritt ich mit einer anderen Freiwilligen, die ich beim ersten Seminar kennengelernt habe. Diesmal hatte sie mir zuvor noch einen Besuch in Pilsen abgestattet. Als uns der Bus am oben genannt Ort dann endlich ausspuckte, fanden wir uns in einer wunderschönen, hügeligen Schneelandschaft wieder.

Richtig ins Staunen brachte uns diese bei einer Wanderung auf den höchsten Berg in der Umgebung, dem Špičák. Auf dem Weg zum Gipfel kamen wir an einem windschiefen Haus vorbei. Das, was bei uns allen letztlich aber Gänsehaut auslöste, war nicht dieses Haus, sondern die vielen Vogelscheuchen, die verstreut über das ganze Feld aus der weißen Schneedecke hervorragten und aus der Ferne sehr menschlich aussahen. Unsere Wanderung führte weiter durch weiße, weite Felder und Wälder und wenn man nicht konzentriert in den Langlaufloipen lief, versank man bis zu den Knien im Schnee. Endlich oben angekommen, bot sich uns eine wunderschöne Aussicht.

Von kalt zu warm. Neben dem Wandern wird auch das Saunieren in Tschechien ganz groß geschrieben. Ich habe es das erste Mal mit 12 Jahren probiert und damals für weniger gut befunden. Ich muss meine Einstellung diesem gegenüber nun revidieren, da es mit der richtigen Anleitung, angenehmen Temperaturen in der Sauna und der eiskalten Dusche danach, die den Herzschlag für einen Moment aussetzen lässt, wahnsinnig entspannend ist. Der Spung in den Schnee nach der Dusche war nicht obligatorisch, brachte aber einen zusätzlichen Adrenalinkick ein.

Das ganze hört sich nun natürlich mehr nach einem Spa- und Vergnügungsurlaub an, aber wir haben –ob man es glauben will oder nicht- auch gearbeitet. Das bedeutet wir haben unseren bisherigen europäischen Freiwilligendienst reflektiert und Pläne für die Zukunft geschmiedet. Außerdem gab es die verschiedensten Workshops, vom kreativen Plakatdesign bis zum Projektmanagement, so dass wirklich für jeden etwas dabei war.

Während dieser vier Tage ist uns auch bewusst geworden, wie schnell die Zeit seit dem Anfang unseres Freiwilligendienstes im September eigentlich vergangen ist und dass wir wirklich jeden Moment unseres restlichens Jahres hier in Tschechien genießen sollten. Denn dieses Jahr gibt es so nur einmal!

Bis nächstes Mal,

Lena

Wusstest du schon, dass ...


- Pilsen Kulturhauptstadt Europas 2015 ist

- der Kirchturm der höchste Kirchturm Tschechiens ist

- Karel Gott aus Pilsen kommt

- Pilsen zwölf Partnerstädte hat 

Pilsen eine Universitätsstadt mit mehr als 17 000 Studenten ist

- aus Pilsen das Pilsner Urquell kommt

- Bedřich Smetana hier gelebt hat

- es hier einen Engel gibt, der Wünsche erfüllt
 


 

Tandem    Západočeská univerzita v Plzni  Česko-německý fond budoucnosti  Ministerstvo školství, mládeže a tělovýchovy