Endgeräusche oder Wie klingt Tschechien?

[Blog 18 und der letzte] Was ich wohl vermissen werde, wenn ich nicht mehr hier bin? Ich denke, vor allem ein paar bestimmte Geräusche…

. Das Klingeln der Straßenbahn

Natürlich, was sonst! :) Dieser schöne, schnarrende Ton! Egal ob in abgeschwächter Form vom offenen Bürofenster aus. Oder etwas lauter am Ohr, wenn ich selbst der Grund für das Geklingel war.

. Das Klopfen an Toilettentüren

Viele Toiletten hier haben keinen Schlüssel, also heißt Tür offen „frei“ und Tür geschlossen „besetzt“. Dann klopft man eben. Zuhause muss ich mir dringend wieder angewöhnen den Schlüssel umzudrehen. Da wird nämlich jede Tür aufgerissen und erst der Widerstand des Schlosses teilt eine Belegung mit. Und klopfen tut fast niemand…

. Das Wörtchen „tak“

Ich habe lange überlegt, ob ein Wort zu den Geräuschen zählbar ist. Es ist aber einfach ein Laut, den ich in den verschiedensten Variationen im Gespräch mit tschechischen Freunden so oft gehört habe… Habe mich jetzt aufgrund der Einsilbigkeit dafür entschieden!

. Das Knieknacken beim Aufwärmen unserer Theatergruppe

Unsere Theaterproben begannen meist mit sogenanntem Karel-Yoga (vgl. früheren Blogeintrag). Dabei ließ sich immer Kniegeknacke vernehmen. Manchmal von uns allen, aber meistens immer von der gleichen Person. Dieses Geräusch, wenn auch nicht sehr schön, und vor allem die Person dazu werde ich wahrscheinlich auch ein bisschen vermissen…

. Das klirr-klirr-tok beim Anstoßen

Wenn man hier mit Bier anstößt, setzt man das Glas vor dem Trinken nochmal kurz auf dem Tisch ab. Warum? Erklärungen gibt es dafür so viele verschiedene wie tschechische Biersorten. Da wo ich herkomme machen wir das auch. Aber dort wo ich hingehe, wahrscheinlich nicht… (Obwohl ich dort schon eine Kneipe namens „Hurvínek“ entdeckt habe, die Staropramen verkauft. :))

. Die Lautsprecher-Melodie der tschechischen Bahngesellschaft

Kennt ihr die Melodie, mit der die Durchsagen der České dráhy am Pilsner Hauptbahnhof immer beginnen? Hier sehr schön zu hören bei 06:22 https://www.youtube.com/watch?v=nR91ZR94G9Y Wenn ich das höre, bekomme ich gleich richtig Lust, in den nächsten Zug einzusteigen und zu netten Leuten oder schönen Orten zu fahren.

. Den Stempel des Schaffners

Und dann, wenn man im Zug sitzt und sich in der Ferne der Zugbegleiter mit seinem stetig lauter werdenden Klacken seines Stempels ankündigt – dann kramt man schon mal in der Tasche und freut sich, dass man in Tschechien und mit der gemütlichen tschechischen Bahn unterwegs ist. (Eventuell hier mitlesende DB-Mitarbeiter sollen sich bitte nicht gekränkt fühlen, wenn ich die ČD zuweilen vorziehe.)

Da ich allerdings vorhabe noch ganz viel in Tschechien zu erkunden und dabei aus Nostalgie-Gründen lieber mit der Bahn als mit Bussen fahre, werde ich diese beiden Geräusche wohl doch noch am öftesten hören…

Und das „tak“ natürlich!!

Wen es interessiert, was seit "Der DJ ist ein Gott." und "Großmutter hatte vier Äpfel." so mit meinem Tschechisch passiert ist, dem empfehle ich die tschechische Version dieses Artikels. :)

Macht es gut! Und viel Spaß beim Lesen des Blogs meiner Nachfolgerin Jana!

Wusstest du schon, dass ...


- Pilsen Kulturhauptstadt Europas 2015 ist

- der Kirchturm der höchste Kirchturm Tschechiens ist

- Karel Gott aus Pilsen kommt

- Pilsen zwölf Partnerstädte hat 

Pilsen eine Universitätsstadt mit mehr als 17 000 Studenten ist

- aus Pilsen das Pilsner Urquell kommt

- Bedřich Smetana hier gelebt hat

- es hier einen Engel gibt, der Wünsche erfüllt
 


 

Tandem    Západočeská univerzita v Plzni  Česko-německý fond budoucnosti  Ministerstvo školství, mládeže a tělovýchovy