Auf den Spuren von Karl IV und auf der Suche nach Schnittlauch

Es war in der Woche vor Ostern, als wir in aller Frühe unsere sieben Sachen packten und zum Bahnhof eilten. Der Plan: Eine Tageswanderung in der Nähe von der Burg Karlštejn mit ein paar Senioren.

Am Bahnsteig entdeckten wir schon ein Gruppe Rentner, die mit ihren Wanderschuhen und Stöcken verdächtig nach der Art von Menschen aussahen, mit welchen wir den Rest des Tages zusammen verbringen würden. Ein konkreter Treffpunkt mit unserer Gruppe war nicht ausgemacht und deshalb entschlossen wir uns diese einfach anzusprechen, vielleicht ist es ja unsere. Die alten Leute schienen uns jedoch nicht zu verstehen und wussten auch nichts von einer Teilnahme zweier junger Mädchen an ihrer Wanderung. Also stiegen wir ohne die Gruppe in den Zug.

Umstieg in Beroun: die Zahl der Fahrgäste, welche weiter in Richtung unseres Zielortes Černošice fuhren, dezimierte sich und die einzigen, die noch annähernd nach einer Wandergruppe im fortgeschrittenen Alter aussahen, war die gleiche, welche wir schon zuvor angesprochen haben. Wir beschlossen, uns noch bis Černošice unauffällig zu verhalten und erst dort einen weiteren Versuch zu wagen.

Am besagten Zielbahnhof stiegen nur die Senioren aus. Trotz vorheriger Komplikationen bei der Kommunikation versuchten wir erneut deutlich zu machen, dass wir sehr wahrscheinlich Teil dieser Gruppe sind. Nach einigem Hin und Her, ging dem Reiseleiter der Gruppe ein Lichtlein auf und er erinnerte sich an uns. Sofort wurden wir herzlichst in die Gruppe aufgenommen. Man hatte uns vorgewarnt, dass alles auf Tschechisch sein würde, aber einige der alten Leute sprachen ein wenig deutsch und zusammen mit unserem brüchigen Tschechisch konnten wir uns gut verständigen. Der Reiseleiter, ein Mann von 82 Jahren, topfit und super informiert, erklärte uns zunächst die Route des heutigen Tages, 10 km von Černošice nach Dobřichovice. 10 Kilometer auf flachem Land und ich nenne das eine Wanderung? Die Senioren würden es wohl eher als einen ausgedehnten Spaziergang bezeichnen. Durch den Wald, kleine Dörfer, in welchen es mindesten fünfmal so viele Hunde gab wie Menschen und an wunderschönen Magnolienbäumen vorbei.

                          

Außerdem zeigten uns die Senioren bei einem kleinen Kräuterkundekurs wildwachsenden Knoblauch und wir diskutierten wie Schnittlauch von herrkömmlichen Gras zu unterscheiden ist.

Endlich bei den Überresten der Burg Karlík angekommen, war ich dann doch mehr von der Aussicht als von den übrig gebliebenen Steinen der Ruine beeindruckt. Wir setzten unseren Weg fort und kurz vor unserem Ziel gelangten wir auf eine lange gerade Straße, welche am Rande von spannenden Felsformationen geziert wurde. Trotzdem konnten wir es kaum erwarten, die Straße endlich hinter uns zu lassen und unsere Bäuche in einem Restaurant voll zu schlagen. Satt und müde ging es dann wieder zurück nach Pilsen.

Wusstest du schon, dass ...


- Pilsen Kulturhauptstadt Europas 2015 ist

- der Kirchturm der höchste Kirchturm Tschechiens ist

- Karel Gott aus Pilsen kommt

- Pilsen zwölf Partnerstädte hat 

Pilsen eine Universitätsstadt mit mehr als 17 000 Studenten ist

- aus Pilsen das Pilsner Urquell kommt

- Bedřich Smetana hier gelebt hat

- es hier einen Engel gibt, der Wünsche erfüllt
 


 

Tandem    Západočeská univerzita v Plzni  Česko-německý fond budoucnosti    Mládež v akci Ministerstvo školství, mládeže a tělovýchovy     Plzeň 2015